Von 1987 bis heute
Bild-Werk Frauenau e.V.
Frauenau liegt im Zentrum der grenzüberschreitenden Glasregion Bayerischer Wald-Böhmerwald, in der die Herstellung und Veredelung von Glas seit Jahrhunderten von größter Bedeutung ist. Durch das Wirken des Frauenauer Künstlers Erwin Eisch, das Glasmuseum Frauenau sowie eine rege Glaskunst- und Kulturszene gilt der traditionsreiche Glasmacherort zugleich als europäischer Treffpunkt der Internationalen Studioglasbewegung, die das Glas ab den 1960er Jahren als künstlerisches Medium etablierte.
In diesem Umfeld entstand das Bild-Werk Frauenau seit 1987 zunächst als Sommerakademie für Glas und Bildende Kunst, die mit ihrem offenen künstlerischen Ansatz und ihrer anregenden Begegnungsatmosphäre schnell zu einem international bekannten Fixpunkt wurde. Auch Künstlerworkshops z.B. im Rahmen der Internationalen Glassymposien in Frauenau und andere Seminarveranstaltungen machen das Bild-Werk Frauenau zu einem lebendigen Kunstforum.
Die Ausweitung zu einer jahresübergreifend aktiven Kulturinitiative und Bildungseinrichtung ab 1990 intensivierte die Vernetzung des Bild-Werk Frauenau mit der ostbayerischen und grenzüberschreitenden Region. Von Konzerten aller Stilrichtungen über Kleinkunst und Literatur bis hin zu Festen und spontanen Auftritten finden immer neue Ideen im Bild-Werk Frauenau eine Bühne.
Auf dieser Basis entwickelte sich auch die Kunst- und Integrationsarbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung als ein weiterer Schwerpunkt des Vereins (siehe BLAU-kRauT).
Angesiedelt sind die Kurse und Veranstaltungen des Bild-Werk Frauenau im Akademiegebäude "Tom´s Hall" und den umliegenden, ehemaligen Nebengebäuden der Glashütte Isidor Gistl in Frauenau – einschließlich des Gasthauses Gistl als überregional bekannte Bühne und geselliger Treffpunkt. Einzelne Akademieklassen im Juli und August finden außerdem im alten "Gaswerk" in Fußnähe statt.
Das Bild-Werk Frauenau e.V. ist als gemeinnützige Einrichtung der Erwachsenenbildung anerkannt. Die Aktivitäten des Vereins werden im Team organisiert und durchgeführt, getragen von einem weltweiten Netzwerk von Glas- und Kunstinteressierten, das im Bild-Werk Frauenau seinen Fokus sieht.
Nur die Begeisterung und das Engagement von Vorstandschaft, Mitarbeitern, Mitgliedern und Freunden des Vereins machen die Internationale Sommerakademie, Konzerte, Begegnungen, Ausstellungen und Theater möglich und liebenswert - und dies seit mehr als zwanzig Jahren!
Anfänge und wie es weiter ging:
Die Internationale Sommerakademie Bild-Werk Frauenau
Von Erwin Eisch, Mitbegründer der "Internationalen Studioglasbewegung" für modernes Glas, stammt die Idee, in Frauenau eine Akademie nach dem Vorbild der freien Somemrschulen in USA aufzubauen. Ausgehend von dieser Idee wurde im November 1987 der Verein "Bild-Werk Frauenau" gegründet.
Ab 1988 konnten mit Unterstützung der Glashütte Eisch erste Werkstätten ausgebaut und eingerichtet werden; neben den Räumen im alten "Gaswerk" (einer ehemaligen Flüssiggas-Mischanlage) zog der Verein bereits in die ehemalige Hafenstube der Glashütte Gistl ein, die nach dem amerikanischen Maler und langjährigen Kursleiter Thomas S. Buechner "Tom´s Hall" benannt wurde. Als private Initiative, geleitet von Stan Dengler als Geschäftsführer, fand im Juli und August 1988 die erste "Sommerakademie für Kopf-, Hand- und Kunstwerk" mit Kursleitern aus Deutschland, USA und der Tschechoslowakei statt: 65 Teilnehmer in zwei Kursblöcken teilten die Aufbruchstimmung und die Begeisterung, die das Projekt in die Zukunft führte.
Von Anfang an baute die Akademie auf ein interdisziplinäres Programm quer durch alle Bereiche der Bildenden Kunst mit einem Schwerpunkt auf der künstlerischen Bearbeitung von Glas. Von Anfang an setzte die Akademie auch auf Internationalität, wobei die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit tschechischen (Glas-)Künstlern und Schulen, aber auch mit vielen anderen europäischen Partnern einen besonderen Stellenwert einnimmt.
1991 wurde das Programm um einen Kursblock im Frühjahr sowie um die Bereiche Theater, Körperarbeit, Gesang und Literatur erweitert. Seit 2000 wird auch im Spätsommer ein einwöchiger Kursblock angeboten, 2006 fanden erstmals Meisterklassen in Glas statt.
Im Jahr 2006 konnte das Bild-Werk Frauenau in das sanierte und ausgebaute Akademiegebäude "Tom´s Hall" einziehen, das mit neuen, ganzjährig benutzbaren Räumen neue Möglichkeiten bietet.
Mittlerweile werden jedes Jahr im Rahmen der Sommerakademie zwischen 35 und 40 Kurse angeboten. Diese werden von Künstlern und Pädagogen aus der Region, aus Deutschland, Europa und Übersee geleitet und von insgesamt rund 190 internationalen Teilnehmern jährlich besucht.
Musik, Theater, Kino, Kommunikation...
Seit 1990 kooperiert der Verein Bild-Werk Frauenau mit dem Gasthaus Gistl - Kneipe, Kulturtreffpunkt und Veranstaltungsbühne in unmittelbarer Nachbarschaft der Akademie. Das regelmäßige Angebot an Konzerten, Kleinkunst- und Filmveranstaltungen wird überwiegend von ehrenamtlichen Arbeitsgruppen organisiert und durchgeführt, die auf die Treue von Musikern und Kulturveranstaltern zur Kulturszene im "Gistl" genauso zählen kann wie auf die der Besucher: Hier kommt man zusammen, hierher kommt man zurück.
Der besonderen Highlights im Gistl sind und waren viele – ob das der jährliche "Theaterball" zur Faschingszeit (bespielt von der hauseigenen Theatergruppe) ist, die berühmten langen Tanznächte im Gistl oder aber stille Literaturlesungen, Klassiker-Filmwochenenden mit Familien-Brunch und die spannenden Präsentationenn und (Podiums-)Diskussionen der Veranstaltungsreihen "Gespräche über die Grenze" (1996-2005) und "Gespräche über Kunst" (2002-2005).
Gegenwärtig finden rund vierzig, vor allem musikalische Veranstaltungen mit regionalen und überregionalen Akteuren ihr Publikum. Die gemeinsame Plattform von Bild-Werk Frauenau und Gasthaus Gistl dient aber auch für Veranstaltungen und das gesellige Zusammensein der Akademie, hier finden internationale Künstler und Einheimische zusammen.
BLAU-kRauT
Seit 2005 arbeiten im Bild-Werk Frauenau in der Initiative BLAU-kRauT Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Sie treffen sich regelmäßig zum Malen, seit 2006 präsentieren sie sich und ihre Werke in Tom´s Hall in erfolgreichen Ausstellungen. Jeden Herbst wird ein publikumswirksamer Aktionstag für alle veranstaltet: Hier wird gemeinsam gemalt, modelliert und am PC gestaltet, Theater gespielt oder gekocht.
Außerdem ist die Gruppe immer dann mit von der Partie, wenn es etwas zu feiern und jemanden zu bewirten gibt; seit 2003 laden sie außerdem einmal monatlich zum Café der Begegnung ins Gasthaus Gistl ein.
Mit dem Einbezug eines integrativen Kurses in die Sommerakademie im September 2008 macht das Bild-Werk Frauenau einen weiteren Schritt zum Ausbau seines Engagements mit und für Menschen mit und ohne Behinderung. Das Bild-Werk Frauenau möchte modellhaft einen alternativen Weg der Interaktion und der Integration von Menschen mit Behinderung und deren Umwelt etablieren. Dabei ist das aktive künstlerische Gestalten die "alternative" Sprache, mit der die Menschen miteinander in Kontakt treten.
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